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Zum Ende der Seite springen Eure Kurzgeschichten im Forum
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polarprinzessin polarprinzessin ist weiblich
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Dabei seit: 28.02.2003
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so ich geb dann auch mal meinen senf dazu. gerade ganz spontan entstanden


Allein sitze ich in einem großen Raum. Um mich herum nur einige Stühle, Bilder und Zeitschriften, sonst Stille. Von weit her hört man leises Summen, Schlüsselklappern. Ich sitze im Wartezimmer der Uniklinik mit einem Becher kaltem Kaffee und warte auf Neuigkeiten. Seit Stunden sitze ich schon hier. Ab und zu kommen Leute, werden aufgerufen und gehen wieder. Nur um mich kümmert sich keine Menschenseele. Mich lassen sie warten, lassen mich im Unwissen, meiden mich. Bin zu schwach, um etwas zu unternehmen, kraftlos, mutlos. Ich muss wohl eingeschlafen sein. Als ich aufwache, ist es schon längst nach Sonnenaufgang, bestimmt schon Vormittag. Jemand hat mir eine Decke übergelegt und auf dem Boden ist eine schwarze, glänzende Fütze, der Rest aus meinem Kaffeebecher. Ich hole ein Tempotuch aus meiner Jackentasche und wische sie auf. Dann falte ich die Decke ordentlich zusammen und gehe zum Schwesternzimmer, frage nach einer alten Dame, deren Namen ich leider nicht weiß. Gestern Abend habe ich sie hierher gebracht, sie war gestürzt. Doch heute erinnert sich keiner mehr an sie. Alle behaupten, ich würde mich irren, keine alte Frau wurde diese Nacht eingeliefert. Sie sagten, es wäre sicher nur eine Verwechslung. Aber ich wusste es besser. Grundlos würde ich doch nicht die Nacht im Wartezimmer eines Krankenhauses verbringen. Was ist bloß los mit mir? Irre ich mich wirklich? Warum? Wer bin ich? Was will ich? Wo will ich hin? Ich weiß es nicht, nur weit weg von hier. Nur weg und nie wieder zurück. Ich renne die Stufen hinunter. Jemand ruft mir nach, ich solle gefälligst langsam gehen, ich würde sonst die Patienten gefährden. Doch es ist mir egal. Ich laufe aus dem Krankenhaus, die Straße entlang, immer weiter bis ich nicht mehr weiß, wo ich mich befinde. Ich suche eine Bushaltestelle, um mich am Stadtplan zu orientieren. Gute zehn Kilometer bin ich wohl gerannt und ich könnte noch mehr rennen, wenn ich denn nur wüsste wohin. Ich schaue auf den Fahrplan. Der nächste Bus kommt in 20 Minuten. Warten will ich nicht, habe lange genug gewartet. Trotzdem setze ich mich auf einen der kleinen Sitze im Bushäuschen. Ich starre auf die Straße, beobachte die vorbeifahrenden Autos. Die meisten fahren zu schnell. Irgendwann kam der Bus. Ich hatte zwar keine Uhr, aber trotzdem das Gefühl, dass er zu spät kam. Keiner stieg aus, als der Bus hielt. Der Fahrer schaute mich herausfordernd an, vielleicht auch genervt, ich weiß es nicht so recht. Aber als ich dann doch nicht einstieg, fuhr er endlich weiter. Ich wollte den Bus nicht nehmen. Es würde heißen, ich würde darauf warten, dass er kommt. Und gewartet habe ich schon die ganze Nacht. Also weiter, den Weg durch die Stadt fortführen. Er scheint endlos zu sein. Irgendwann merke ich meine Erschöpfung, gebe mich geschlagen und suche ein öffentliches Verkehrsmittel.
Ich stehe in der U-Bahn. Um mich herum Menschen, überall. Es ist so schrecklich voll, dass ich nicht mal mehr einen Sitzplatz bekomme. Das ist mir noch nie passiert. Doch irgendwie registriere ich es nicht mal wirklich. Alles zieht an mir vorbei und ich lebe in meiner eigenen kleinen Welt, für mich allein. Dort bin ich geschützt. Ich bin in einen Kokon gehüllt wie ein Schmetterling bevor er schlüpft. So versuche ich durchs Leben zu kommen und mit den Herausforderungen des Alltages klarzukommen. So geht es Tag für Tag und ich gehe Schritt für Schritt weiter. Tiefer hinein in meine Kunstwelt, tiefer hinein in einen dunklen Tunnel, der keinen Ausgang hat. Doch irgendwann werde ich ein Lichtlein entdecken, auch wenn ich mich dazu umdrehen muss und meiner Welt den Rücken kehren muss. Ich werde mich umdrehen und Stück für Stück in die richtige weite Welt hinaustreten.
Die monotone Frauenstimme, die mir verkündet, dass ich an meiner Zielhaltestelle angekommen bin, reißt mich aus dem Nirvana meiner Gedankengänge. Ich steige aus der Bahn und renne die Stufen zum Ausgang hinauf. Draußen ist es schon dunkel und meine Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen. Ich atme die Kälte mit tiefen Zügen ein. Es fühlt sich unheimlich gut an. Ich genieße kurz den Augenblick und laufe dann in Richtung meines Zuhauses. Dabei überquere ich eine sechsspurige Allee, auf der gerade kein Auto entlangfährt. Am liebsten würde ich mich mitten auf die Straße legen und einfach nur in die Sterne am Himmel schauen. Die Nacht ist dunkelblau und klar, also lege ich mich auf den Mittelstreifen und suche nach Sternbildern. Den kleinen Wagen und das Cassiopeia finde ich gleich, doch dann sehe ich auch noch eine Sternschnuppe fallen. Nun habe ich einen Wunsch frei und ich wünsche mir, den Weg aus meinem Tunnel zu finden und ein Mensch zu werden wie jeder andere. Ob das jetzt zwei Wünsche waren? Ich weiß es nicht, aber es ist ja auch egal.
Eigentlich wollte ich so schnell wie möglich nach Hause, aber nun, wo ich mich so großartig fühle, bleibe ich noch eine Weile liegen. Autos kommen vorbei und hupen. Mich interessiert es kein bisschen. Sollen sie doch denken, ich wäre verrückt. Die haben alle keine Ahnung und wissen nichts über mich, rein gar nichts. Erst beobachten, dann zuhören, dann urteilen.

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Besser locker über'n Hocker als hektisch über'n Ecktisch.
01.02.2008 18:50 polarprinzessin ist offline Beiträge von polarprinzessin suchen Nehme polarprinzessin in deine Freundesliste auf MSN Passport-Profil von polarprinzessin anzeigen
kali kali ist weiblich
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Herkunft: Gummibach

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schöne heschcihte.... macht nachdenklich....

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Diskutiere niemals mit Idioten! Sie ziehen dich auf ihr Niveau herab und schlagen dich dort durch ihre Erfahrung!
01.02.2008 19:06 kali ist offline Homepage von kali Beiträge von kali suchen Nehme kali in deine Freundesliste auf Füge kali in deine Kontaktliste ein
blondienchen blondienchen ist weiblich
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Soooo.. letztens im Geschichtsunterricht kam mir so ein Geschichtsblitz. Hier nun der Anfang:

Sie hielt sich am Geländer der Brücke fest. War es das wirklich wert? Sie sah hinunter auf die Straße, sodass die Scheinwerfer der vorbeifahrenden Autos hell aufleuchteten. Sie sah ihnen eine Weile nach, dann drehte sie sich um, sah nach links und rechts, sah noch einmal zurück auf die Straße und ging dann durch die Dunkelheit nach Hause. Doch etwas hielt sie auf. Sie hatte das Gefühl das etwas nicht stimmte. Irgendwas lief komplett schief.
Verschlafen wachte Janine auf. Sie lag auf einer Parkbank, war vermutlich am Abend vor Erschöpfung eingeschlafen. Janine musste schrecklich aussehen, sah schnell auf die Uhr und bevor die ersten Leute im Park spazieren gingen, saß sie schon zu Hause auf dem Sofa, schlürfte eine Tasse Tee. Sie überlegte, ob sie schlafen oder duschen gehen sollte, doch die Entscheidung nahm ihr das Klingeln an der Tür und trotzig stand sie auf und schlurfte zu dieser. Als Janine die Tür öffnete, war aber niemand zu sehen. Sie sah sich um, schaute noch eine Treppe weiter hinunter nach, doch niemand schien da zu sein.
Janine sah aus dem Fenster, dachte nach, dachte nach über ihr leben, dachte darüber nach wie sie die Wohnung bezahlen sollte und wer der geheimnisvolle "Klingler" gewesen war. Seufzend holte sie die Zeitung und sah sich nach kleinen Jobs um, denn sie brauchte Geld und das schnell. Bei einer kleinen Anzeige hielt sie inne, las sie sorgfältig durch und fragte sich ob dieser Job etwas für sie wäre. Oder würde sich die Mühe wieder einmal nicht lohnen? Sie nahm ihr Telefon und wählte mit zittriger Hand die Nummer, welche in der Anzeige stand. Eine freundliche Männerstimme meldete sich: "Was kann ich für Sie tun?"
Janine saß in einem weichen Stuhl und rutschte verlegen hin und her, als hier, vielleicht, zukünftiger Chef hereinkam. Sie war sich noch nicht ganz sicher, ob sie diesen Job wirklich annehmen wollte, doch er versprach in kurzer Zeit viel Geld und genau das brauchte sie. Sie könnte ja später noch einen anderen Job annehmen, dachte sie sich.

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Wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig die Gegenwart zu genießen.

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24.05.2008 10:58 blondienchen ist offline Homepage von blondienchen Beiträge von blondienchen suchen Nehme blondienchen in deine Freundesliste auf
blondienchen blondienchen ist weiblich
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Träume


Die Sonne brannte mir wie so oft auf meinen Rücken. Es war heiß, sehr heiß, vielleicht wieder an die fünfundvierzig Grad. Auf meinen Schultern trug ich ein Gestell, selbst gebaut, mit dem ich viel Wasser transportieren konnte. Es war ein weiter Weg vom Brunnen bis nach Hause und deshalb war ich stolz auf mein Gestell, dennoch unzufrieden, mit meinem Leben erst recht.
Ich sah die mit Stroh bedeckten Häuser an. Sie waren klein. Unser Haus in dem meine Mutter mit meinen sechs Geschwistern und mir wohnte, war größer als die Anderen, hatte sogar 2 Zimmer.
Ich blieb stehen, war erschöpft, setzte mich in den Schatten eines Hauses. Ich beobachtete die Menschen, die vor ein paar Wochen kamen. Sie hatten ganz helle Haut, kann man sich das vorstellen? Sie behaupteten von sich qualifizierte Ärzte zu sein und dass sie uns helfen wollen, sie versprachen es uns.
Einen Nachmittag waren die Hellhäutigen bei uns, in unserem großen Haus, untersuchten meine Mutter und erklärten, dass sie AIDS hätte, irgendeine komische Krankheit, die einen sehr schwächt, die nicht heilbar sei. Mutter wird nun von Tag zu Tag schwächer, weil die Hellhäutigen ihr nicht helfen, obwohl sie es versprochen haben. Ich habe Angst, dass Mutter stirbt. Von mir aus können diese Ärzte auch wieder gehen. Vielleicht geh ich auch, weg von hier, einfach weg. Dann suche ich mir einen super Job und werde reich.
Nein.
Ich schämte mich. Auch nur an so etwas zu denken. Ich stand auf, mein selbst gebautes Gestell auf dem Rücken und rannte nach Hause. Das ganze Wasser schwappte aus, doch es war mir egal. Ich schmiss das Gestell in eine Ecke unseres Hauses, rannte zu Mutter und umarmte sie. Alles war gut.


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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von blondienchen: 12.11.2009 17:35.

12.11.2009 17:33 blondienchen ist offline Homepage von blondienchen Beiträge von blondienchen suchen Nehme blondienchen in deine Freundesliste auf
JimJoe
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Dabei seit: 02.08.2007
Beiträge: 294

Themenstarter Thema begonnen von JimJoe
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Überaus schöne Geschichte, blondienchen. Sehr nachdenklich. Afrika ist noch immer nicht auf unserer geistigen und seelischen Landkarte angekommen. Bei den meisten jedenfalls.

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Si elles n'ont pas de pain puis laissez-les manger du gâteau!

- Marie Antoinette
22.11.2009 15:48 JimJoe ist offline Beiträge von JimJoe suchen Nehme JimJoe in deine Freundesliste auf
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